Stadt Rüthen beteiligt sich am Projekt Ettingerhof

Die Stadt Rüthen hat sich entschieden, mit der Gesellschaft Windenergie Ettingerhof einen Nutzungsvertrag für den Bau weiterer Windräder zu schließen. FOTO: BSDUREK
VON SARAH BSDUREK
Kneblinghausen – Es hat kräftigen Gegenwind gegeben. Die geplanten Windkraftanlagen bei Kneblinghausen stießen bei vielen Anwohnern auf großen Unmut (wir berichteten). In seiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der Rüthener Stadtrat erneut mit dem Thema und fällte im nicht öffentlichen Teil schließlich eine Entscheidung. Im Vorfeld hat es eine Einwohnerversammlung in Kneblinghausen gegeben, auf die Annette Herbst-Köller (BG-Fraktionsvorsitzende) aufgrund der aufgeladenen Stimmung, die dort geherrscht hatte, in der Ratssitzung nochmals einging.
„Polarisieren ist Feind der Demokratie“
„Die Gesprächskultur, die geprägt war von Zwischenund Buh-Rufen, war uns mehr als fremd. Gerade in der Politik sind wir es gewohnt, kontrovers zu diskutieren. Das Vertreten unterschiedlicher Meinungen ist gut und richtig und das Fundament unserer Demokratie. Ein Polarisieren, wie es an dem Abend zu spüren war, ist der Feind unserer Demokratie.“
In anderen Parlamenten gebe es leider schon Versammlungen mit Zwischenrufen, wo etliche Teilnehmer Angst hätten, ihre Meinung zu vertreten und lieber schwiegen, so Herbst-Köller. Dass es so etwas bisher nicht in Rüthen gegeben habe, darüber sei die BG sehr froh. „Wir schätzen unsere Gesprächskultur und die Atmosphäre in der Rüthener Politik. Am Ende der Veranstaltung wurde vom Ortsvorsteher verkündet, das Stimmverhalten der Stadtvertreter bezüglich des Windkraftprojekts öffentlich bekannt zu geben. Das ist ganz klar eine Drohung, ein Angst schüren und ein Einschüchtern von uns Stadtvertretern und nicht akzeptabel.“
Mit der Antwort von Kneblinghausens Ortsvorsteher Robert Oesterhoff konnte das Thema dann aber zu aller Zufriedenheit schnell wieder ad acta gelegt werden: „Die Diskussion war absolut hitzig. Es sind manche Äußerungen gefallen, die nicht in Ordnung waren. Deshalb werde ich auch bei der Abstimmung im nicht öffentlichen Teil den Raum verlassen“, entschuldigte sich Oesterhoff.
Im Anschluss berieten sich Politik und Verwaltung über die geplanten Windkraftprojekte. Wie Bürgermeister Peter Weiken im Gespräch mit der Redaktion mitteilte, ist beschlossen worden, dass die Stadt Rüthen sich zu 49 Prozent an der Gesellschaft Windenergie Ettingerhof beteiligt und gemeinsam weitere Windräder am Kirschbäumchen gebaut werden sollen.
Standortplanung ohne Bürgerbeteiligung
Der Vorschlag der CDU, die Standorte der neuen Windräder in Abstimmung mit den Anwohnern festzulegen, sei abgelehnt worden. „Im Einvernehmen mit den Bürgerinnen und Bürgern zu planen ist schwierig. Letztlich werden die Standorte vom Hersteller bestimmt, weil es auf Kriterien wie den Untergrund oder die Windhöffigkeit ankommt. Deshalb hat die Anregung der CDU keine Mehrheit gefunden“, erklärte Weiken.
Die Kooperation mit der Gesellschaft Ettingerhof sei in den letzten Monaten ausgearbeitet worden, da das Projekt sich für einen alleine nicht lohne und auch wirtschaftlich und logisch keinen Sinn ergebe. Denn: „Die Zone wird von zwei Grundstückseigentümern dominiert.“ Der „Windpark“ besteht schon aus drei Anlagen, am weiteren Ausbau möchte die Stadt sich mit zwei Anlagen beteiligen.
Als nächster Schritt erfolge nun die weitere Planung seitens der Gesellschaft. „Wenn alles feststeht, werden wir darüber informieren und auch wieder zu einer Bürgerversammlung in Kneblinghausen einladen“, verspricht Weiken.